Tierschutz für den Rhein-Sieg-Kreis e.V.

Kanzi | Labarador-Mix

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Kanzi bedeutet „verborgener Schatz“. Und eins steht fest: unser Schatz fängt immer mehr an zu funkeln. Seit April 2021 lebt Kanzi im Resozialisierungsprojekt von The Big Foot Way.

Der Umzug auf seine Trainings- und Pflegestelle sollte dabei der erste Schritt in Richtung neues Leben sein. So erhielt Kanzi, der bei uns César hieß, neben einer neuen Wohnanschrift auch einen neuen Namen. Er hat sich in seiner neuen Umgebung schnell eingefunden und macht von Tag eins an große Fortschritte.

Viel zu früh von seiner Mutter getrennt kam Kanzi im Alter von nur wenigen Wochen nach Deutschland. Ein stabiler Rahmen, sowie klar und fair kommunizierte Grenzen wären so wichtig für ihn gewesen, um zu lernen, sich auf seine Menschen verlassen zu können. Da ihm dieser feste Rahmen fehlte, sah Kanzi es als seine Aufgabe, für ihn wichtige Situationen selbst in die Hand zu nehmen und selbst zu entscheiden. Daraus resultierten einige Verhaltensmuster, die weder ihm, noch dem Menschen gut tun.

Ressourcen, insbesondere Futter, aber auch Liegeplätze, Wassernäpfe etc. haben für Kanzi einen hohen Stellenwert. Sofern nicht anders besprochen, verteidigt Kanzi massiv das, was ihm wichtig ist und das, worüber er seinem Empfinden nach verfügen kann.

Im Training zeigt er sehr gute Fortschritte und nimmt Hilfestellungen durch seine Trainerinnen gut an. Es ist wichtig, dass Kanzi ein Zuhause findet, in dem weiterhin liebevoll, konsequent und auf Augenhöhe mit ihm gearbeitet wird. Die Verwendung eines Maulkorbes ist hierbei unabdingbar.

Kanzi zeigt sich neuen Menschen gegenüber grundsätzlich aufgeschlossen. Er ist ein sehr angenehmer Begleiter auf Spaziergängen, ist liebend gerne in der Natur unterwegs und zeigt sich mit den meisten Umweltreizen absolut unerschrocken.

Erfährt er Sicherheit durch seinen Menschen, geht er sozialen Konflikten, wie beispielsweise frontalen Hundebegegnungen aktiv aus dem Weg. Er wählt die abgewandte Seite und lässt sich geschützt durch seinen Menschen super durch derartige Situationen führen.

Im Kontakt mit Artgenossen wird Kanzi zunehmend sicherer. Er schafft es immer häufiger eigene Lösungsstrategien zu finden, um für ihn stressige Situationen ohne Gesichtsverlust zu meistern.

Kanzi hat ein feines Gespür für Unsicherheiten seines Gegenübers. Klar kommunizierte Spielregeln hinterfragt er weder beim Menschen noch im Kontakt mit Artgenossen. Fühlt er sich überlegen, testet er schnell aus, wie weit er gehen kann und wie biegsam eine ihm gesetzte Grenze ist.

Zuwendung und Streicheleinheiten seiner Bezugsperson genießt Kanzi sehr. Auch hier ist ein gutes Gespür und Auge seiner Menschen gefragt, da Kanzi dazu neigt, Menschen für sich zu beanspruchen. Wird die Basis des Zusammenseins von Beginn an besprochen, ist das Zusammensein mit Kanzi für beide Seiten sehr angenehm.

Für Kanzi wünschen wir uns ein Zuhause, in dem ein faires, liebevolles und wohlwollendes Zusammenleben an der Tagesordnung steht. Seine Ressourcenthematik sollte absolut ernst genommen werden. Ihn auf dieses Problem zu reduzieren, wird ihm jedoch in keiner Weise gerecht.

Kanzis neue Menschen sollten die Bereitschaft mitbringen, ihn über einen längeren Zeitraum intensiv kennenzulernen und gewillt sein, sich aktiv ins Training einzubringen und sich durch seine Trainerinnen im Umgang mit ihm anleiten zu lassen.

Kanzi wird nicht in einen Haushalt mit Kindern vermittelt. Wir können uns gut vorstellen, ihn nach Sympathie zu einem vorhandenen Artgenossen zu vermitteln.

Kanzi lebt im Resozialisierungsprojekt The Big Foot Way in Rehburg-Loccum. Für die Kennenlernphase, die vor Ort stattfinden wird, sollte entsprechend viel Zeit eingeplant werden. Wir danken allen Unterstützern, die unser Projekt Problemhund unterstützen und Kanzi den Aufenthalt bei The Big Foot Way ermöglichen.

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