Der Tierschutz für den Rhein-Sieg-Kreis e.V.

Aufgaben und Ziele

So wunderschön der Rhein-Sieg-Kreis ist, was die Natur, Sehenswürdigkeiten und seine vielfältigen kulturellen Möglichkeiten angeht, so schwierig sind seine "Zuständigkeiten" zu begreifen. Die Polizei Bonn ist für Bonn und Teile des Rhein-Sieg-Kreises zuständig, die Polizei Siegburg für die restlichen Städte und Gemeinden.

Sie werden sich bestimmt fragen: An wen muss ich mich nun wenden, wenn ich ein Tier gefunden habe, oder wo finde ich mein entlaufenes Tier wieder? Der Name sagt es schon: Tierschutz für den Rhein Sieg-Kreis e.V.

Der Rhein-Sieg-Kreis

Wir sind nahezu für den gesamten Rhein-Sieg-Kreis zuständig, bis auf die Gemeinden Wachtberg, Windeck, Much, Neunkirchen-Seelscheid und Swisttal. Bonn ist ebenfalls ausgenommen - hier ist das Bonner Tierheim zuständig.

Was heißt aber nun zuständig? Unser Tierschutzverein hat mit den betroffenen Städten und Gemeinden Verträge abgeschlossen, in denen wir uns verpflichten, alle Fund- und Gefahrtiere im Tierheim Troisdorf aufzunehmen. Dieser Dienstleistungsvertrag verpflichtet den Verein an erster Stelle, den rechtmäßigen Halter des gefundenen Tieres ausfindig zu machen, was leider nicht immer gelingt.

Logo Tierschutz für den Rhein-Sieg-Kreis e.V.

Eine Chronik

Einleitend sei gesagt, dass es gar nicht so einfach ist die lange und wechselvolle Geschichte unseres Vereins und des angegliederten Tierheims in ein paar Sätzen zusammen zu fassen.

Auf der Jahreshauptversammlung des Kölner Tierschutzvereins von 1868 e.V. im Jahre 1934 wurde angeregt, in Troisdorf einen eigenen Tierschutzverein zu gründen. Am 21.11.1935 war es dann soweit. Die Ortsgruppe Troisdorf, die dem Tierschutzverein für Köln und Umgebung vorläufig angeschlossen war, wurde gegründet. Der erste Vorsitzende des Vereins war Herr Peter Breidenbach. Er bekleidete dieses Amt von 1935 bis 1955. Die erste Erwähnung mit dem Namen "Tierschutzverein Troisdorf und Umgebung e.V." findet sich in Unterlagen aus dem Jahr 1940. Da viele Unterlagen aus dieser Zeit durch die Kriegswirren abhanden gekommen sind, kann nicht belegt werden, wann genau unser Verein sich als Ortsgruppe des Kölner Tierschutzvereins von 1868 e.V. löste und selbstständig wurde.

Bis zum Krieg hatte der Verein 24 Mitglieder, die sich aktiv den tierschützerischen Belangen widmeten. Die Probleme waren hin vieler Hinsicht genau die gleichen, wie wir sie heute noch haben. Tiermisshandlung und Tieraussetzung waren an der Tagesordnung und die wenigen Aktiven setzten sich mit ganzer Kraft für die Tiere ein. Aus einem Protokoll der Mitgliederversammlung aus dem Jahre 1942 lässt sich entnehmen, dass die Mitgliederzahl bereits auf 178 angewachsen war: " ... der Verein hat mittlerweile 178 Mitglieder, wovon allerdings durch den Krieg mit seinen vielen Einberufungen nur ca. 100 zahlende Mitglieder sind ...". Die Gesamtsumme der Mitgliedsbeiträge in diesem Jahr lag bei 267,60 Reichsmark. Einen Löwenanteil dieser Summe machten die Zuschüsse der Bürgermeistereien Troisdorf und Sieglar mit je 50 Reichsmark und Niederkassel mit 25 Reichsmark, die der 1. Vorsitzende Breidenbach als "... korporative Mitglieder..." gewinnen konnte, aus. Was man damals nicht wissen konnte, die Zeiten wurden noch schwerer.

Gerade in den schweren Jahren des Krieges und der Nachkriegszeit hatten die Tierschützer alle Hände voll zu tun. Für uns heute unvorstellbar, vielleicht werden sich die älteren Menschen noch daran erinnern, dass Hund und Katze in den mageren Nachkriegsjahren begehrte "Leckerbissen" waren und vor dem Kochtopf gerettet werden mussten.

Außengehege Katzenhaus

Der Wunsch nach einem eigenen Tierheim, um gequälten Tieren eine Heimstätte zugeben, ist bereits früh in den Unterlagen zu finden. Es dauerte jedoch bis zum Jahre 1955, bis der Grundstein gelegt werden konnte. Dass dies möglich war, ist einer englischen Soldatenfrau, Mrs. Moss, zu verdanken. Sie sammelte eifrig auf den Veranstaltungen der britischen Luftwaffe in Köln. Aber auch dem Engagement von Herrn Breidenbach und Herrn Heinrich Sassenberg (1. Vorsitzender von 1955 bis 1964 und bereits viele Jahre zuvor als 2. Vorsitzender tätig) ist es zu verdanken, dass unser Tierheim gebaut wurde. Sie kontaktierten die umliegenden Städte und Gemeinden und baten um Unterstützung für die Baumaßnahme. Die Grundsteinlegung fand am 11.02.1955 statt.

Die Bauarbeiten gingen über viele Jahre und immer, wenn wieder ein wenig Geld beieinander war, wurde dieses zum Ausbau des Tierheimes verwandt. In den sechziger Jahren konnte dann mit den Mitteln aus einer Erbschaft das erste Katzenhaus gebaut werden. In den siebziger Jahren entstand das doppelstöckige Hundehaus. In den Achtzigern wurde das heutige Katzenhaus gebaut. In den Neunzigern entstand die Katzenquarantäne, die Hundequarantäne wurde 2001 gebaut, 2008 folgte die Mutter-Welpen-Station (Hellemann-Haus) für Katzen, kurze Zeit später das "FIV-Haus" und bis heute finden immer noch weitere Baumaßnahmen statt.

Das nächste größere Projekt wird der Bau eines neuen Hundehauses sein.

Herzlich Willkommen!

Bei der Durchsicht der Unterlagen stellte sich heraus, dass es bis weit in die siebziger Jahre, in Köln eine von der Stadt betriebene Abdeckerei gab, in der auch Hunde und Katzen getötet wurden. Die Troisdorfer und die Kölner Tierschützer setzten alles daran, die Tiere dort weg zu holen und sie in ein neues Heim zu vermitteln. Wie froh können wir hier in Deutschland sein, dass dieser Teil der Geschichte längst der Vergangenheit angehört und dieser Umstand macht auch Hoffnung, dass sich in den Ländern, in denen diese Praxis auch heute noch gang und gäbe ist, vielleicht auch ein ähnliches Bewusstsein für den Tierschutz entwickelt, wie bei uns. Aber zurück zur Historie unseres Vereines.

Die Nachfolge von Herrn Sassenberg traten Herr Grommes und Herr Willi Knobloch an. Herr Knobloch war von 1964 bis zum Jahre 1988 für unseren Verein zunächst als Vorsitzender und ab 1977 als Geschäftsführender Vorsitzender (Ehrenamt) aktiv. Von 1977 bis 1984 hatte Herr Dr. Paul Losem die Position des 1. Vorsitzenden inne. Er wurde 1984 von Herrn Rechtsanwalt Klaus J. Ennulat abgelöst. Herr Ennulat war zuvor als Geschäftsführer des Deutschen Tierschutzbundes tätig. Im Jahre 1993 wurde er von Herrn Demmer abgelöst, der bis zum Jahr 2000 den Vorsitz führte. In den nun folgenden, teils turbulenten Zeiten, waren Herr Töpperwien (bis 2006), Frau Thul (bis 2008), Herr Albrot (bis 2009), Herr Keilus (bis 2010), Herr Rechtsanwalt Pöller (bis 2011) und Herr Herrmann (bis 2014) die jeweiligen Vorstandssprecher/-innen. Seit 2014 leitet Ralf Snyders den Verein.

Den aktuellen Vorstand finden Sie hier: Wir stellen uns vor.

Gedenktafel am Katzenhaus

Die Zahl der Mitglieder hat sich in den vergangenen Jahren stets erhöht. Zu Beginn waren es 7 Menschen, die sich zusammen fanden um den Verein zu gründen. Vor dem Krieg war die Zahl auf 24 angewachsen. Im Jahre 1942 waren es 178 Mitglieder. Nach dem Krieg war die Zahl der Tierfreunde, zunächst durch die vielen Bombenopfer und Gefallenen, geschrumpft. Anno 1954 war die Zahl wieder auf 220 Mitglieder angestiegen. 1985 waren es bereits 1.700 Menschen, die sich für die Ideale unseres Tierschutzvereins begeistern konnten. Heute (2016) sind wir stolz, dass fast 3.000 Menschen Mitglied in unserem Verein sind. Damit sind wir der größte Tierschutzverein im ganzen Rhein-Sieg-Kreis.

Im Jahre 2001 wurde erstmals ein sogenannter "Fund- und Gefahrtierpauschalvertrag" abgeschlossen. Heute, im Jahre 2016, haben wir 15 Städte und Gemeinden des Rhein-Sieg-Kreises als Vertragspartner, mit denen wir einen 10-Jahres-Vertrag, zur Sicherung unseres Fortbestehen auch in den nächsten Jahren, eingegangen sind.

Viele Menschen haben dem Verein und dem Tierheim viel ihrer Zeit und ihres Engagements geschenkt, um nur einige zu nennen: Unvergessen bleibt Frau Gehrken, die bis zu ihrem 90. Geburtstag täglich im Katzenhaus tätig war. Frau Porter, selbst mittlerweile eine Institution im Tierheim, hat lange mit ihr gemeinsam im Katzenhaus gearbeitet. Ebenso unvergessen sind Frau Voss und Frau Ringhausen und viele andere. Viele Namen bleiben jetzt ungenannt, doch vergessen sind sie keinesfalls.

Wir möchten all denen danken, ohne deren Unterstützung es nie möglich gewesen wäre, den Verein mit seinem Tierheim so aufzubauen, wie er sich heute darstellt. Wir danken allen, die uns mit Tatkraft und mit Spenden geholfen haben, die dieses nicht aus Eigennutz heraus getan haben, sondern aus Liebe zum Tier und hoffen auch weiterhin auf Ihre Unterstützung.

(Vorstand)

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