Tierschutz für den Rhein-Sieg-Kreis e.V.

Artgerechte Haltung von Kaninchen

Fast jeder Tierfreund weiß heute, dass Kaninchen nicht einzeln oder in Gesellschaft mit einem Meerschweinchen gehalten werden dürfen. Wie sieht es aber mit der Haltung im viel zu kleinen, aber handelsüblichen Käfig aus? Ist das artgerecht? NEIN, die Käfighaltung von Kaninchen kann niemals artgerecht sein

Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt zur Unterbringung eine Grundfläche von mindestens 6 m² auf der sich Kaninchen in Kleingruppen von maximal 5 Tieren halten lassen. Es eignen sich „Tierzimmer“ mit abgetrennten Abschnitten oder auch Gehege, die in der Platz sparenden Variante mehrstöckig gebaut werden können. Gemischtgeschlechtliche Gruppen, bestehend aus Weibchen und kastrierten Böckchen sind optimal. Die Kombination von Innen- und Außenhaltung ist besonders empfehlenswert.

Eine reine Außenhaltung ist ebenfalls artgerecht, die Tiere müssen aber vorher langsam klimatisch umgewöhnt werden (im Frühjahr wenn die Temperaturen nachts nicht mehr unter 10° C sinken). Natürlich müssen ihnen gut isolierte, doppelwandige Ställe zur Verfügung stehen.

Im Gehege selbst sollten sich erhöhte Ebenen befinden, welche die Kaninchen als Ausguck benutzen können. Sie benötigen auch verschiedene Rückzugsmöglichkeiten (Schlafhäuser, Höhlen), die genügend Raum bieten und zwei Ausgänge haben sollten. Eine große Buddelkiste, mindestens 20 cm hoch mit Sand gefüllt, sorgt für ausgiebige Grabemöglichkeiten. Komplettiert wird das Gehege durch Röhren aus Holz oder Ton, Korkröhren, Wurzelstücke, Nagertunnel und Natursteine als Versteck und Klettermöglichkeiten.

Für die Ernährung der Kaninchen muss qualitativ hochwertiges Heu ständig zur freien Verfügung stehen! Sie dürfen keine Fastentage einlegen, da ihr Darm, als reine Pflanzenfresser, immer etwas zu tun haben muss. Außer Heu sollte man täglich Grünfutter anbieten, besonders Wildkräuter wie Löwenzahn und Spitzwegerich sind beliebt. Ergänzend kann Gemüse und Obst gegeben werden. Fertigfutter braucht das Kaninchen nur in Zeiten hohen Energieverbrauchs, z. B. im Winter, bei Innenhaltung kann die Zufütterung von Trockenfutter schnell zur Verfettung führen.

Natürlich sollte auch Wasser ständig verfügbar sein, entweder in einem erhöht stehenden, stabilen Napf oder in einer s. g. Nippeltränke.

Ganz wichtig für Kaninchen ist ausreichend Nagematerial, mit dem die ständig nachwachsenden Zähne abgerieben werden. Besonders geeignet sind ungiftige, ungespritzte Äste von Obstbäumen oder Haselnussbüschen.

Bei der Fütterung sollten die Kaninchen beobachtet werden. Verweigert ein Tier jegliche Nahrungsaufnahme, auch nur für einen Tag, muss es umgehend zum Tierarzt. Wöchentlich sollten das Gewicht, Zähne, Krallen und die Afteröffnung der Tiere kontrolliert werden. Weiterhin müssen Kaninchen regelmäßig gegen RHD (Chinaseuche) und Myxomatose (Kaninchenpest) geimpft werden! Falls Sie weitere Fragen zur Kaninchenhaltung haben, wenden Sie sich gerne an uns, wir helfen Ihnen gerne weiter: kleintierbeirat@tierheim-troisdorf.de

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